Vegetarier, Musiker und "kranke Menschen"

Am Mittwochmorgen stapelten sich im Foyer des LGH die Koffer wie sonst nur zum Abreisedonnerstag. Der Grund dafür waren die Franzosen des "Institut Notre Dame", die nach ihrem einwöchigen Aufenthalt am LGH wieder nach Valence heimfuhren, begleitet von ihren deutschen Austauschpartnern und einigen Schülern des Comenius-Projekts, die zur ebenfalls in Valence stattfindenden Comenius-Konferenz nach Frankreich fuhren, sowie Frau Becker, die Begleiterin des Austauschprogramms und Herr Schäfer, der Koordinator des Projektes COMENIUS: "In Search of Identity - Cultural Travels across Europe".

Obwohl wir erstaunlich pünktlich um 8.00 Uhr losfuhren, kamen wir erst mit reichlich Verspätung nach 14 Stunden meist äußerst amüsanter Fahrt erschöpft in Valence an, wo wir von unseren Gasteltern schon erwartet wurden und in das Zuhause unserer Partnerschüler gebracht wurden, von dem aus wir die nächsten sechs Tage die französische Kultur kennenlernen wollten.

Damit begannen wir gleich am nächsten Morgen, allerdings erst nach ausführlichem Ausschlafen. Die Austauschschüler besuchten am Vormittag mit ihren Partnern, den "Corres", den Unterricht, gingen am Nachmittag mit Frau Becker in den (natürlich französischsprachigen) Film "Le Prénom" ("Der Vorname") und schlenderten danach noch kurzerhand durch Valence.

Die Comeniusschüler gingen den Tag über zusammen mit Schülern aus England, Italien, Norwegen und Frankreich auf "Identitätssuche" und bereiteten Projekte für die Soirée am nächsten Abend vor.

Damit machten sie am nächsten Morgen weiter, während die Austauschschüler den Unterricht besuchten und am Nachmittag bei schönstem Wetter eine kleine Stadtführung durch Valence machten. Viele besuchten auch die Comeniussoirée am Abend, die nicht nur für kulinarischen Genuss, sondern auch für geistige Nahrung sorgte.

Der Samstag bestand aus einem Besuch des Château de Grignan mit anschließendem Picknick und einer kleinen Wasserschlacht. Für die nichtdeutschen Teilnehmer am Comeniusprojekt war dieser Ausflug leider der Abschluss ihrer Frankreichreise.

Den Sonntag verbrachten wir in unseren Gastfamilien. Die Aktivitäten, die unsere Austauschpartner mit uns unternahmen, reichten von Kirschen klauen über Ziegenfarmen besichtigen bis hin zu wandern und Fahrrad fahren.

Dementsprechend (un-)ausgeschlafen besuchten wir zusammen mit unseren "Corres" am nächsten Morgen eine Bio-Kräuterfarm in Diois, machten Picknick, spielten Spiele und machten auf dem Rückweg noch einen Abstecher in das zauberhafte Örtchen Die.

Am Dienstag besuchten wir (d.h. nur wir Deutschen) am Vormittag ein Einkaufszentrum und am Nachmittag eine Ausstellung über Rousseau in Valence.

Und dann - ja, dann war schon wieder Mittwoch und wir fuhren wieder 12 Stunden nach Hause, zurück in den Regen und in den schulischen Alltag. Ja, es war kurz und mancher wäre sicher gerne länger im sonnigen Valence geblieben. Vor allem den Charme der kleinen Dörfer wie Grignan und den täglichen Genuss des wunderbaren französischen Baguettes werden viele vermissen. Die Gastfamilien waren äußerst nett und hilfsbereit und die kleinen und großen Verständnisprobleme des Alltags wurden mit der Zeit immer weniger. Ob Vegetarier, Musiker oder "kranker Mensch", für alles fand sich am Ende eine Lösung. Auch die Reisegruppe war nach klarer Übereinstimmung aller Teilnehmer eine der besten überhaupt - die Busfahrten dementsprechend lustig und verhältnismäßig kurzweilig.

Wir haben sogar einige Wörter gelernt - ob uns diese Wörter in der Schule weiterbringen, sei einmal dahingestellt. Aber Spaß hatten wir, und das nicht zu wenig - und das ist ja bekanntlich das Wichtigste!

(Die Überschrift spricht dabei Aspekte an, die vollständig nur von den Mitreisenden nachvollzogen werden können und vermutlich bei vielen nostalgische Begeisterung hervorrufen dürften.)

Auch die Lehrer waren von der Gastfreundschaft der Familien und der Herzlichkeit der Partnerschüler angetan. Für sie endete der Frankreichaufenthalt familiär, zusammen mit einer Gastfamilie und den beteiligten Schülern, in einem Lokal namens "Chez Grand-Mère ", mit französischer Küche vom Feinsten und dem angenehmen Gefühl bei guten Nachbarn und Freunden zu sein.

Mitarbeit: Thomas Schäfer, Kollegium

Jessica Krüger, 10b

30.05.2012

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