Neue Bildungspartnerschaft

Eine viel versprechende Bildungspartnerschaft wurde am Donnerstag in der Aula des Landesgymnasiums für Hochbegabte vereinbart: Carl Trinkl, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ostalb, kam persönlich auf den Campus, um im Rahmen eines spannenden Vortrags über Geschichte und Geschäftsmodell der Sparkassen die Kooperationsvereinbarung gemeinsam mit Thomas Schödel, stellvertretender Schulleiter des Landesgymnasiums, zu unterzeichnen.

Die Bildungspartnerschaft soll Schülerinnen und Schülern nicht nur helfen wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, sondern auch über den Umgang mit dem eigenen Geld bewusst zu reflektieren. Außerdem bietet sie Hilfe beim Übergang vom Beruf zur Schule. Die Partnerschaft zwischen der Kreissparkasse Ostalb und dem LGH fuße bereits auf eine lange Tradition, wie Thomas Schödel bei seiner Begrüßung betonte, da zahlreiche Projekte wie "Formel 1 in der Schule" oder die "junior"-Unternehmen großzügig unterstützt worden seien.

In seinem Vortrag, in dessen Verlauf Carl Trinkl das Geschäftsmodell der Sparkassen im historischen Verlauf darstellte, klang immer wieder auch die Relevanz für aktuelle gesellschaftliche und finanzpolitische Fragen an. "Sparkassen haben einen sinnstiftenden Geschäftauftrag", bekräftigte Trinkl und verwies auf den im Vergleich zu herkömmlichen Geschäftsbanken hohen Anteil an Eigenkapital und die Rolle als Kreditgeber für lokale Mittelständler und Kommunen. Die Ankündigung mancher Ratingagenturen, auch Kommunen hinsichtlich ihrer Kreditwürdigkeit einzustufen, sah der Vorstandsvorsitzende als äußerst kritisch an, da in der Folge die Zinslasten für diese ins Unermessliche steigen könnten und am Ende zahlungsunfähige Kommunen drohten.

Carl Trinkl spannte einen weiten Bogen von der Oldenburger "Ersparungscasse" von 1786, deren Ziel es gewesen sei, auch ärmeren Schichten die Möglichkeit des Sparens und des Grunderwerbs zu eröffnen und kleinen Gewerbetreibenden günstige Kredite anzubieten, da diese bis dahin auf "Privat-Leihkassen" mit Ihren Wucherzinsen angewiesen gewesen seien. 1852 sei dann die erste Sparkasse in Gmünd eröffnet worden, 1884 hätte sich der erste Spitzenverband der Sparkassen gegründet. Bereits seit 1938 existiere das bekannte "Sparkassen-S" fast unverändert bis heute.

Auch die Geschäftsidee hätte sich in ihren Grundgedanken seit 1786 kaum verändert: Nicht die Erwirtschaftung von Gewinnen sei Daseinszweck der Sparkassen, sondern die Förderung des Erwerbs und des wirtschaftlichen Erfolges der Mitglieder und der Region, in der die Sparkasse verwurzelt sei. In dieser Hinsicht seien sich Sparkassen und Genossenschaftsbanken ähnlich. Somit betonte Carl Trinkl mit voller Überzeugung: "Ich bin kein Bänker, ich bin Sparkassenvorstand."

Im Anschluss an den Vortrag wurde die Bildungspartnerschaft offiziell unterzeichnet. Im Namen der Schülerschaft bedankte sich Schulsprecher Vincent Löwe für das bisher gezeigte Engagement der Kreissparkasse Ostalb bei der Unterstützung des LGH und für den gelungenen Vortragsabend.

Stefan Weih, Kollegium

03.05.2012

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