Kursfahrt in die ladinischen Dolomitentäler

Am Freitag, den 16.September 2011, reisten elf Schülerinnen und Schüler des Lateinkurses der zwölften Klasse in Begleitung von Herrn Weih und Herrn Matanovic für fünf Tage nach Südtirol in die ladinischen Täler. In den fünf sogenannten Dolomitentälern wird von einer Minderheit von 35.000 Menschen eine neolateinische Sprache gesprochen. Um diese und die dazugehörige Kultur näher kennen zu lernen, bereitete Herr Weih in Absprache mit Professor Paul Videsott von der Universität Bozen ein spannendes Programm vor, das uns in drei der fünf Täler führen sollte.

Am ersten Tag unserer Reise, den wir in Brixen (Bressanone) verbrachten, wies uns Professor Videsott persönlich in die Geschichte und Linguistik der Ladiner ein. So erklärte er unter anderem, dass die fünf ladinischen Täler nicht nur geographisch verschiedenen Provinzen Italiens angehören, sondern sogar jedes Tal seinen ganz individuellen Dialekt spricht. Sie sollen so stark differieren, dass sie sich untereinander weniger verstehen als ein Bayer und ein Schweizer. Seit kurzem existiert nun eine einheitliche Hochsprache, wie in Deutschland seit 1908, die die Verständigung untereinander verbessern und zusätzlich den Erhalt der ladinischen Sprache sichern soll. Da in dieser Region auch deutsch und italienisch als Amtssprachen gelten, verdrängen diese zunehmend das Ladinische.

Um dies zu verhindern und den Zusammenhalt der Ladiner über die Täler hinaus zu fördern, existiert eine rein ladinische Wochenzeitung, "La Usc di Ladins", deren Hauptsitz wir an unserem letzten Tag in St.Ulrich (Grödnertal) besuchten. Der Chefredakteur David Lardschneider betonte die Bedeutung eines so weit wie möglich geeinten Ladiniens, um gewisse Autonomierechte zu wahren und Fördergelder zu erhalten. "Dabei darf jedoch die individuelle Kultur der einzelnen Täler nicht verloren gehen", so Lardschneider.

Wir besuchten im Gadertal, in Gröden und in Buchenstein Heimatmuseen und eine Schule, damit wir einen möglichst authentischen Einblick in die ladinische Kultur mit ihren verschiedenen Ausprägungen erhalten konnten. So ist beispielsweise in Buchenstein die Schnitzkunst neben dem Tourismus das zweite wirtschaftliche Standbein, während man im Gadertal noch sehr landwirtschaftlich orientiert ist. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, in Taisten (Tesido) unter der fachkundigen Führung von Herrn Pfarrer Oberhammer zwei der bekanntesten Kirchen Südtirols zu besichtigen. Das kulturelle Programm wurde durch kulinarische regionale Spezialitäten und eine Schneewanderung auf der Seiseralm ergänzt.

Trotz des überraschenden Wintereinbruchs und der daraus folgenden Programmänderung, hatten wir dank Herrn Weihs Ortskundigkeit und Engagements immer Plan B1, B2 und C zur Auswahl, sodass es eine durchweg gelungene Reise war, für die wir uns an dieser Stelle bei Herrn Weih und Herrn Matanovic bedanken möchten.

Nina Roider, Florence Schimmel, 12

21.09.2011

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