SOFIA-Exkursion nach Stuttgart

Unter der Abkürzung SOFIA verbirgt sich das Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie, ein amerikanisch-deutsches Forschungsprojekt. In eine Boeing 747 SP wurde ein 2,7m-Teleskop eingebaut, welches über den wasserdampfführenden Schichten der Atmosphäre kosmische Objekte im Infraroten beobachten kann. Damit können die Astronomen z.B. durch Staubwolken im Innern unserer Milchstraße "hindurchsehen" und heiße Gaswolken beobachten, aus denen gerade Sterne entstehen sowie an der weltweiten Suche nach Exoplaneten teilnehmen.

Zum SOFIA-Forschungsprogramm gibt es noch ein Partnerschulprogramm, an welchem 3 Schulen aus ganz Deutschland teilnehmen, welche sich einmal im Jahr in Heidelberg treffen und einen regen fachlichen Austausch pflegen und gemeinsam Unterrichtsprojekte entwickeln. Koordiniert und unterstützt wird dieses Bildungsprojekt von dem deutschen SOFIA-Institut an der Universität Stuttgart und dem Haus der Astronomie in Heidelberg. Das LGH ist seit 3 Jahren an diesem Programm beteiligt und es finden zur Infrarotastronomie Unterrichtseinheiten im Rahmen des NWT-Unterrichtes und des Astronomie-Additums statt, welches sich jeden Dienstagabend trifft.

Vom 17.-21.9. war das Flugzeug, dessen Umbau erst im letzten Jahr abgeschlossen war, in Deutschland, und sechs Schüler des LGH hatten die Gelegenheit, das Flugzeug zu besichtigen. So fuhren Stefan Blum, Leon Harbecke, Johannes Ihrler, Michael Sonner, Jan Ternberger und Alan Wu (alle Klasse 11) begleitet von Herrn Streib (im Praktikum) und mir zum Flughafen Stuttgart, um die aus dem NWT-Unterricht bekannten Experimente zusammen mit Schüler/innen des Bad Canstatter Gottlieb-Daimler-Gymnasiums interessierten Besuchern des Flugzeugs vorzuführen.

Dabei waren die Experimente mit der Thermokamera und der Ausdruck eines Infrarot-Portraits besonders beliebt. Die anwesenden NASA-Piloten gaben wie echte Astronauten jede Menge Autogramme. Am frühen Nachmittag hatten wir dann auch die Möglichkeit einer 1 ½- stündigen Besichtigungstour. Dort wurde noch einmal genau die Geschichte des SOFIA-Projektes und die Konstruktion des Teleskops (welches in Deutschland entwickelt und gebaut wurde) erklärt und dann natürlich das Flugzeuginnere besichtigt. Man konnte den Kontrollstand, an welchem die Position des Flugzeugs und des Teleskops während des Fluges genau überwacht wird, die an das Teleskop angeschlossenen Messinstrumente (derzeit GREAT, ein in Deutschland entwickeltes Heterodyn-Spektrometer) und die Arbeitsplätze der Wissenschaftler sehen. Das Flugzeuginnere war für die Augen normaler Fluggäste ernüchternd zweckmäßig eingerichtet, unter einer Verkleidung schaute da auch mal ein Kabelbaum hervor.

Nach der Besichtigung und einer weiteren kurzen Präsentation an unserem Stand traten wir die Rückfahrt an, um pünktlich zum Abendessen wieder am LGH zu sein. Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich beim Deutschen SOFIA-Institut der Uni Stuttgart für die Möglichkeit dieser eindrucksvollen Besichtigung bedanken.

Lutz Häcker, Kollegium

20.09.2011

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